Im BauernhausMuseum vom 9. Mai bis 21. Dezember 2021

Engelsschnitzerei an einem Bauernhaus

Der Konstantinsbogen in Rom hat sie, der Titusbogen, das Schloss in Berlin (Humboldt-Forum) und der Arc de Triomphe de l‘Étoile in Paris haben sie auch: Geflügelte Engelsgestalten in den Bogenzwickeln gehörten seit der Antike immer wieder zu den von Fürsten und Herrschern verwendeten Motiven.

Häufig verwendet wurden die geflügelten Genien aber auch an den Bauernhäusern der Region um Bielefeld und Herford. Sie finden sich insgesamt rund 160 Mal an vielen Fachwerkhäusern aus der Zeit zwischen dem Jahr der Französischen Revolution 1789 und dem Ersten Weltkrieg.

„Erfunden“ hat die Engel der Bielefelder Zimmermeister Johann Hermann Welhöner, als er seinem Sohn Johann Wilhelm ein kleines, aber hochwertiges Haus baute. Bis dahin einmalig war auch das Torbogendekor mit den Engelsgestalten. Die antiken Gottheiten bzw. Engelsgestalten gefielen der Landbevölkerung. Sie wurden zu einem Trend und „must have“ für die Häuser der wohlhabenden Bauern: Von Theesen und Schildesche ausgehend verbreitete sich der „Dekotrend“ nicht nur über das Bielefelder Gebiet, sondern auch in weiten Teilen des Kreises Herford und punktuell im Kreis Gütersloh. Bis heute sind die Engel beliebt und vielbeachtet. Es gibt sogar einen Radwanderweg.

Die Ausstellung im Bauernhausmuseum vermittelt mit rund 50 aktuellen Fotos von Ilse Uffmann und originalen „Engeln“ einen fundierten Überblick über das Thema.

Diese Ausstellung geht auf Instagram unter #bauernhausmuseumbielefeld mit Online-Aktivitäten einher: Weitere Stichworte sind #engelhöfe und #antikenbegeisterung.