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Infos

    Öffnungszeiten:

    Dienstag - Freitag
    10.00 - 18.00 Uhr

    Wochenende + Feiertage
    11.00 - 18.00 Uhr

    Geöffnet von Februar bis
    23. Dezember


    Adresse:

    Bielefelder Bauernhausmuseum
    gGmbH
    Dornberger Straße 82
    33619 Bielefeld

    Fon: 0521 / 5218550
    Fax: 0521 / 5218552
    E-Mail: schreiben

    Café: 0521 / 5218551


    Eintrittspreise:

    Erwachsene 4,00 €
    Ermäßigt 2,00 €
    Familienkarte 8,00 €
    Jahreskarte 20,00 €
    Familienjahreskarte 35,00 €

    Freier Eintritt für InhaberInnen
    des Bielefeld-Passes
    (außer Sonderveranstaltungen)


    Der Zugang zum Café ist kostenlos

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Ausstellungen 2017

Leben im Bett
Lesen, Essen, Wanzen jagen

Eine Wanderausstellung des LWL-Museumsamtes für Westfalen

Im BauernhausMuseum vom 29. Oktober bis 17. Dezember 2017



KinderbettEin Drittel seines Lebens verbringt der Mensch im Bett. Die Wanderausstellung „Leben im Bett“ des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) beschäftigte sich mit den unterschiedlichen Möglichkeiten, ein Bett zu nutzen. „Alles außer Schlafen“ lautete das Motto der Ausstellung. Anhand ausgewählter Beispiele erfuhren Besucher mehr über die Aktivitäten des Menschen im Bett – zwischen dem 18. Jahrhundert und der Gegenwart.

Man kann sogar noch weiter gehen als nur von einem Lebensdrittel im Bett zu sprechen: Sein ganzes Leben kann ein Mensch im Bett verbringen. Menschen werden oft in einem Bett geboren, Kinder spielen und lernen dort, Erwachsene lieben und arbeiten im Bett. Einsam braucht man dabei auch nicht zu sein, denn Bettgenossen, ob Teddybären oder Bettwanzen, finden sich schnell. Das Bett ist viel mehr als ein Ort zum Schlafen. Menschen nutzen es auf unterschiedliche Art, manchmal freiwillig und manchmal nicht.

Museen und Privatpersonen aus Westfalen-Lippe haben Exponate für die Wanderausstellung zur Verfügung gestellt. So vielfältig wie das Thema sind dabei auch die Stücke. Mal humorvoll, mal ernst ermöglichen sie eine Annäherung an die Praktiken rund ums Bett. Ein Kapitel der Ausstellung widmet sich dem Essen und Trinken. Dafür steht eine sogenannte Trembleuse aus dem 18. Jahrhundert. Das ist eine spezielle Tasse für Trinkschokolade, die am Morgen getrunken wurde. Ein Betttablett und ein praktischer Handstaubsauger sind als Hilfsmittel für ein modernes Frühstück im Bett in der Ausstellung zu sehen.

Im Bett erleben Menschen Höhen und Tiefe des Lebens. Von der Geburt bis zum Tod, immer wieder finden wichtige Ereignisse im Lebenslauf im Bett statt. Es ist dabei nicht nur ein Ort von Ruhe und Erholung, sondern auch ein Ort von Krankheit und Leiden. Ein längerer Aufenthalt im Bett geschieht meist, weil eine Krankheit den Menschen ans Bett fesselt. Der Schriftsteller Heinrich Heine (1797-1856) verbrachte die letzten acht Jahre seines Lebens gelähmt und unter Schmerzen leidend in seiner „Matratzengruft“ in Paris. Trotzdem arbeitete er weiter und schrieb beeindruckende Gedichte.

Jedes der acht Museen, die die Ausstellung präsentieren, zeigt vor Ort jeweils ein Bett aus seinem Bestand. Weitere Exponate stellen Bezüge zur Region her. So gab es in der Vergangenheit diverse Hochzeitsbräuche und Streiche, die das Bett einbezogen – wobei sich die Brautpaare vermutlich nicht unbedingt über Steine im Bettstroh oder klingelnde Wecker im Schlafzimmer gefreut haben. Die Nachbarn und Verwandten konnten aber auch sehr fürsorglich sein. Im Münsterland war es zum Beispiel üblich, einer Wöchnerin einen Korintenstuten ans Bett zu bringen.

Weitere Themen sind der Medienkonsum und das Arbeiten im Bett, Tiere im Bett sowie Glaube und Politik rund ums Bett. Mit Hilfe von Texten, Objekten, Bild- und Tonquellen sowie Taststationen präsentiert die Ausstellung diese Themen sinnlich wahrnehmbar für die Besucher.

Zum Thema ist ein Begleitband erschienen.


100 Jahre BauernhausMuseum Bielefeld

Im BauernhausMuseum vom 11. Juni bis 15. Oktober 2017


BauernhausmuseumEs war mitten in einem grausamen Krieg, als am 6. Juni 1917 Honoratioren der Bielefelder Stadtgesellschaft zusammenkamen, um ein Bauernhausmuseum, das „Bauernhaus bei Bielefeld“ einzuweihen. Stadtbaurat Friedrich Schultz würdigte das „Ravensberger Bauernhaus“ in seiner Ansprache als „Arbeit der Heimatliebe“. Professor Dr. Hermann Tümpel, der Vorsitzende des Historischen Vereins führte aus, man wolle verhindern „daß das Alte der Vergessenheit anheimfällt“ und deshalb das gebaute Original in Form eines „besonders eigenartigen Vertreters der alten Bauweise“ „künftigen Geschlechtern übermitteln“. Man suchte zunächst, vergeblich, die Fördermöglichkeiten zu nutzen: Das waren die Feierlichkeiten zur 300-jährigen Zugehörigkeit Minden-Ravensbergs zu Brandenburg-Preußen 1909 und das 25-jährige Thronjubiläum Kaiser Wilhelms II., 1913. Großen Erfolg hatte eine Sammlung von Zuschüssen unter den Honoratioren der Stadt Bielefeld durch den Tabakfabrikanten Arnold Crüwell. So fiel unter Oberbürgermeister Dr. Rudolf Stapenhorst Anfang 1914 der Entschluss, das BauernhausMuseum durch die Stadt und in städtischer Trägerschaft zu errichten. Die Eröffnung war zunächst zum 700-jährigen Stadtjubiläum, das 1915 gefeiert werden sollte, beabsichtigt.

Unter der Leitung von Architekt Gustav Herzbruch entstand 1915-17 das Haupthaus des Hofes Meier zu Ummeln von 1606 auf neuen, festen Grundmauern. Die museologische Qualität, die Dokumentation des Vorzustandes und der sorgsame Wiederaufbau unter Wertschätzung des Originals waren vorbildlich.

Zu der bereits von Anfang an geplanten Hofanlage kam das Museum auf Umwegen: Nach Errichtung der Mühlen in den 1930er Jahren erfolgten weitere Erweiterungen in den 1980ern. Eine vollständige Hofanlage war erst mit dem Wiederaufbau des 1995 abgebrannten Haupthauses in Form des Hofes Möllering aus Rödinghausen von 1590 und Ergänzung durch eine Scheune 1999 erreicht.

Mit jährlich rund 30.000 Besuchern und einer großen Vielfalt von außerschulischen Lernangeboten ist das BauernhausMuseum heute fester Bestandteil der Bielefelder Museumslandschaft.

Zur Ausstellung ist ein Begleitbuch erschienen.


 

tok, tok, tok - auf Holz geklopft
Eine Erlebnisausstellung

im BauernhausMuseum vom 5. März bis 21. Mai 2017

in Kooperation mit dem
Kindermuseum OWL e.V.


HolzBringt es Glück, wenn wir dreimal auf Holz klopfen? Wie sieht ein Holzwurm aus? Wer kann Jahresringe zählen? Kann man auf dem Holzweg auch balancieren? Wo verstecken sich Baumgeister? Und wie klingen Hölzer? Dies sind Fragen, denen Kinder beim Besuch der Ausstellung neugierig nachgehen. Die interaktiven Stationen rund um das Thema Holz regen nicht nur zum Ausprobieren und Mitmachen an, sondern fördern auch das selbstständige Erforschen.


Spielerisch erkunden die Kinder das Naturmaterial Holz, indem sie Wege und Türme bauen, Löcher bohren oder Hölzer unter die Lupe nehmen, befühlen und zum Klingen bringen. Durch Tasten, Beobachten und Hinhören werden wertvolle sinnlich-ästhetische Erfahrungen ermöglicht.

Im „Museum der hölzernen Dinge“ werden die kleinen Besucher selbst zu Ausstellungsmachern und präsentieren ihre Lieblingsstücke.

Auch für die erwachsenen Besucher gibt es einiges rund ums Holz zu entdecken. In Anlehnung an das Motto des BauernhausMuseums „Leben wie vor 150 Jahren“ werden Aspekte des „hölzernen Zeitalters“ thematisiert, das mit der Industrialisierung bald der Vergangenheit angehörte.

Vorgestellt wird Holz als nicht unbegrenzt verfügbare Ressource der Vormoderne, mit der sorgsam umgegangen werden musste und die der Staat deshalb reglementierte und zu rationieren versuchte. Die Ausstellung thematisiert, wie die Waldungen zielgerichtet für bestimmte Holznutzungen bewirtschaftet wurden. Historische Holzbearbeitungstechniken werden vorgestellt, die um einen ökonomischen Umgang sowohl mit dem Material als auch mit der menschlichen Arbeitskraft bemüht waren. Der zielgerichtete Einsatz bestimmter Holzarten für bestimmte Geräte wird anhand von historischen Gebrauchsgegenständen vorgeführt. Raffiniert und gekonnt bearbeitete hölzerne Dinge machen die früheren manuellen Fertigkeiten anschaulich. Schließlich wird gezeigt, was uns die Struktur des Holzes mit ihren Jahrringen heute noch mitteilen kann.


40 Frauen -

das Überleben organisieren

Ostwestfälische und lippische Frauenschicksale 1945-1949


im BauernhausMuseum vom 5. bis 25. Februar 2017

Wanderausstellung des Literaturzirkels OWL e.V.


 

Flucht, Vertreibung, Hunger, Gewalt und Krankheit standen für die oft hoffnungslosen Situationen, in denen sich zahllose Frauen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs befanden. Der Literaturzirkel OWL e.V. befragte 40 Frauen aus Ostwestfalen-Lippe zu ihren Erlebenissen in den Nachkriegsjahren. Wie erlebten sie ihren Alltag in den Trümmerlandschaften, in denen sie sich einrichten mussten? Mit welchen Mitteln und Methoden versuchten sie, sich und ihre Familien durch Mangel, Hunger und Kälte zu retten?

Die Ausstellung stellt diese Frauen und ihre Geschichte vor. Thematisch geordnet informieren Aufsteller mit Texten und Fotos über den historischen Hintergrund. Exponate, wie z.B. aus Uniformen und Fahnen hergestellte Kleidungsstücke und zu Gegenständen des täglichen Bedarfs umgearbeiteter Armeebedarf demonstrieren den Mangel, aber auch den Einfallsreichtum dieser Zeit.

Angeboten wird außerdem ein Buch über den Überlebenskampf der 40 Frauen. Es erzählt die Geschichte der Frauen aus ihrer subjektiven Perspektive und bettet sie in den aktuellen Stand der Geschichtswissenschaft ein.

 

© 2018 Bielefelder Bauernhausmuseum gGmbH