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Infos

    Öffnungszeiten:

    Dienstag - Freitag
    10.00 - 18.00 Uhr

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    11.00 - 18.00 Uhr

    Geöffnet von Februar bis
    23. Dezember


    Adresse:

    Bielefelder Bauernhausmuseum
    gGmbH
    Dornberger Straße 82
    33619 Bielefeld

    Fon: 0521 / 5218550
    Fax: 0521 / 5218552
    E-Mail: schreiben

    Café: 0521 / 5218551


    Eintrittspreise:

    Erwachsene 4,00 €
    Ermäßigt 2,00 €
    Familienkarte 8,00 €
    Jahreskarte 20,00 €
    Familienjahreskarte 35,00 €

    Freier Eintritt für InhaberInnen
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    Der Zugang zum Café ist kostenlos

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Aktuelle Ausstellungen

Bello, Fiffi und Co - Zwischen Hundehütte und Handtasche

Zur Kulturgeschichte des Hundes

Im BauernhausMuseum vom 22. April bis 22. Dezember 2018

Mensch und Hund – ein Geben und Nehmen
Ein Hund ist „der beste Freund des Menschen“ – und das seit sehr langer Zeit. Nur so konnte sich das ungewöhnlich enge Verhältnis zwischen Mensch und Hund herausbilden. Dienten Hunde früher auch als Zug- und Arbeitstiere, sind sie heute eine Herzensangelegenheit der Menschen. Der Umgang zwischen Mensch und Hund lässt sich bis in die Antike verfolgen. Schwerpunkt der Ausstellung ist die Zeit seit dem späten 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart.
 
Aufgaben von Hunden
Hunde waren zu keiner Zeit einfache Nutztiere. Sie standen nie auf einer Stufe mit Kühen, Pferden oder gar Schweinen, sondern erfreuten sich einer ganz besonderen Wertschätzung. Das schloss freilich nicht aus, dass die Menschen ihm dennoch Aufgaben zuwiesen, sei es als Wachhund, Hütehund oder Zughund (für Karren oder Schlitten), seltener als Blindenhund, Polizeihund oder Lawinenhund - und heute vor allem als "Schoßhund".
 
Hunde als Statussymbol
Hunde dienten und dienen immer auch zur Selbstdarstellung des Menschen. Es war und ist deshalb keineswegs unerheblich, mit welchem Hund man sich zeigt, oder ob man überhaupt einen Hund besitzt oder nicht. Natürlich gab und gibt es Klassiker, aber auch Modehunde mit zeitlich begrenzter Konjunktur. Fast immun gegen alle Modetrends scheint beispielsweise der deutsche Schäferhund zu sein, der sich hoher Beliebtheit erfreut.
 
Berühmte Menschen und Hunde
Die Ausstellung zeigt auch berühmte Hunde. Sie reichen von „Laika“ bis „Hachiko“. Auch Hunde berühmter Herrchen stechen hervor, von Schopenhauers Pudel bis zu Hitchcocks Terrier. Ebenso gibt es in Erzählungen und Filmen Hunde: Sie sind zwar vielfach fiktiv, machen aber zeitgenössischen Umgang mit und Vorstellungen von Hunden direkt oder indirekt sichtbar, etwa in den Bildergeschichten von Wilhelm Busch. Zudem haben viele dieser Hunde auch reale Vorbilder, wie Thomas Manns „Bauschan“ sein Vorbild im tierischen Begleiter des Autors hat. Klassiker sind Hunde aus Kinderbüchern und -serien wie „Lassie“ oder den „5 Freunden“.


 

Arme Leute? Heuerlingswesen, Leinengewerbe und Wanderarbeit im 19. und 20. Jahrhundert

Im BauernhausMuseum vom 10. Juni bis 22. Dezember 2018


„Wirft man die Blicke in die Heuerlingswohnungen, so siehet man gleichsam geräucherte, schwarze und niedrige, ungesunde Locale, in welchen man abgezehrte, bleiche Gesichter halb satter und halb verhungerter um die allernothwendigsten Bedürfnisse kämpfender Mitmenschen vorfindet.“ – So heißt es in einer Beschreibung von 1847 aus Jöllenbeck (Bielefeld). Ähnliche Schilderungen über dürftigste Lebensbedingungen sind aus dem 18. und 19. Jahrhundert vielfach überliefert. 

Der Raum Bielefeld gehörte seit dem späten 18. Jahrhundert zu den am dichtesten besiedelten Gebieten Westfalens. Die gleichzeitig besonders hohe Zahl armer Familien bedeutete, dass auf den Bauernhöfen, die ihren Lebensunterhalt durch die Herstellung von Agrarprodukten bestritten (und meist davon sehr gut leben konnten), eine große Zahl von Miets- bzw. Heuerlingshäusern entstand. Hierin wohnte die besitzlose Bevölkerung als Mieter, die je nach individueller Vereinbarung ihre Miete, die "Heuer", durch Arbeitsleistung beim Bauern oder durch Geldzahlung erbrachte. Diese Menschen fanden ihr Auskommen weniger in der Landwirtschaft, sondern vielmehr im der Herstellung von Textilien aus Leinen, dem „Leinengewerbe“. Aus vor Ort angebautem Flachs produzierten sie gröberes und feineres Leinen –  besonders in Heepen, Jöllenbeck und Schildesche. Fast alle dieser Leinenproduzenten waren Heuerlinge. Ihre Textilerzeugnisse wurden in weite Teile Europas und darüber hinaus exportiert. Für die damalige Zeit waren viele dieser ärmeren Menschen sehr mobil. Sie verdingten sich als Wanderarbeiter, zunächst nicht selten in Holland, später beim Bergbau im Ruhrgebiet. Besonders in den Jahrzehnten nach der aus ihrer Sicht gescheiterten „Revolution“ von 1848 wanderten viele nach Amerika aus. 

Bewohner von Olderdissens Kotten um 1900Die Entwicklung des Heuerlingswesens um 1800 hatte eine wichtige Voraussetzung: die Markenteilungen. Dabei handelte es sich um eine Landreform, die seit 1769/71 die wohlhabenden Bauern noch wohlhabender machte und den Bau einer hohen Zahl von Heuerlingshäusern erst ermöglichte. Auf großen Höfen entstanden nicht selten fünf oder mehr Heuerlingshäuser.

Ein Beispiel hierfür ist der Hof Meier zu Olderdissen, zu dem unter anderem „Olderdissens Kotten“ gehörte, der heute Bestandteil des BauernhausMuseums ist. Hier findet diese Ausstellung statt. Nicht nur die Erwerbszweige und die soziale Situation der Heuerleute werden vorgestellt, sondern auch die Wohn- und Lebensverhältnisse an einem historischen Schauplatz.

Bildnachweis Bild 1: Stadtarchiv Bielefeld.
 
 

 

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