skip to content

Infos

    Öffnungszeiten:

    Dienstag - Freitag
    10.00 - 18.00 Uhr

    Wochenende + Feiertage
    11.00 - 18.00 Uhr

    Geöffnet von Februar bis
    17. Dezember


    Adresse:

    Bielefelder Bauernhausmuseum
    gGmbH
    Dornberger Straße 82
    33619 Bielefeld

    Fon: 0521 / 5218550
    Fax: 0521 / 5218552
    E-Mail: schreiben

    Café: 0521 / 5218551


    Eintrittspreise:

    Erwachsene 4,00 €
    Ermäßigt 2,00 €
    Familienkarte 8,00 €
    Jahreskarte 20,00 €
    Familienjahreskarte 35,00 €

    Freier Eintritt für InhaberInnen
    des Bielefeld-Passes
    (außer Sonderveranstaltungen)


    Der Zugang zum Café ist kostenlos

    facebook Twitter

Im Haupthaus

 

Pferdestall: Oldenburger in Ravensberg

Pferde hatten als Zugtiere in der Landwirtschaft des 19. Jahrhunderts eine wichtige Funktion. Auf den Ravensberger Höfen standen vor allem Pferde Oldenburger Herkunft, weil sich die schwere Warmblutrasse besonders gut für die Bearbeitung der hiesigen Ackerböden eignete. Als Zuggeschirr benutzte man hier das Sielen- oder Brustblattgeschirr, welches billig und für alle Anspannarbeiten verwendbar war.

 

  

 

Kuhstall: Multifunktionstier Kuh 

Kühe besaßen für kleinere Höfe im 19. Jahrhundert mehrere wichtige Funktionen: Sie wurden zur Milchproduktion verwendet und als Zugtiere vor Egge und Pflug gespannt, wenn kein Pferd vorhanden war. Die Milchergiebigkeit der Kühe nahm dann allerdings ab. Darüber hinaus diente ihr Mist zur Düngung der Ländereien.

 

  

  Herdfeuer: Feuer ohne Schornstein 

Das offene Herdfeuer bildete den Mittelpunkt des Hauses. Es spendete Wärme und Licht. Ein schornsteinloses Rauchhaus wie der Hof Möllering galt zwar bereits im 19. Jahrhundert als rückständig, war aber durchaus effektiv, da der aufsteigende Rauch Fleisch und Würste räucherte und die Balken konservierte, das Korn und Heu auf dem Dachboden nachtrocknete und vor Ungeziefer schützte.

 

  

 

Esslucht: Gleiches Essen für alle  

In der daneben liegenden Esslucht nahmen alle Hofinsassen gemeinsam ihre Mahlzeiten ein, der Überlieferung nach in streng hierarchischer Sitzordnung. Brei, Grütze, Pfannkuchen und Suppen kamen am häufigsten auf den Tisch, seltener gekochtes Fleisch und Speck. 

 

  

 

Webkammer: Handarbeit kontra Industrie

Die Garn- und Leinenproduktion diente auf kleineren Höfen nicht nur dem Eigenbedarf, sondern war häufig auch zum Verkauf in ganz entfernte Gegenden bestimmt. Daher traf der Niedergang des Leinengewerbes in Ravensberg Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Einführung des englischen Maschinengarns und die Inbetriebnahme von Spinnmaschinen und mechanischen Webstühlen die Spinner und Weber auf dem Lande hart. Auch der Versuch der Gegenwehr durch die Einführung des zweifluchtigen Spinnrads konnte die Vorherrschaft des Maschinengarns kaum aufhalten. 

 

  

 

 Stube: Wohn- und Spinnstube

Die Stube, der einzige ofenbeheizte und rauchfreie Raum in einem Bauernhaus mit offenem Herdfeuer, wurde im Sommer nur selten genutzt. Im Winter jedoch erwachte hier das Leben: Unter anderem wurde der Flachs versponnen, wobei das Gesinde täglich eine vorgeschriebene Spinnleistung erbringen musste. So konnte die Arbeitskraft aller Hofinsassen auch in den Wintermonaten ausgenutzt werden.

 

  

   

Vorratskeller: Schmalhans Küchenmeister  

Um das Überleben der Hofbewohner und -bewohnerinnen im Winter und Frühjahr zu gewährleisten, musste der in der Erntezeit anfallende Überfluss haltbar gemacht und eingelagert werden. Dies wurde durch Erhitzen oder Kühlen, Trocknen, Räuchern, Pökeln oder Einlegen erreicht.

 

  

 

Fruchtboden: Kommen und Gehen auf dem Hof

Der Erfolg des auf Mehrung und Weitergabe ausgerichteten Hofsystems beruhte zum großen Teil darauf, dass die Hofbewohner eine möglichst hohe und langanhaltende Produktivität entfalteten und ihre Zahl im ausgewogenen Verhältnis zur Hofgröße stand. Faktoren wie Geburt und Tod, Heirat oder die Fluktuation des Gesindes übten daher starken Einfluss auf das Hofsystem aus.

 

  

   

Heirat: Keine Auffahrt ohne Brautschatz

Bei der Einheirat, der so genannten Auffahrt, erwies sich vor allem der Brautschatz, die Mitgift, der oder des Auffahrenden als bedeutsam für die Existenz des Hofes, da mit ihm oft die Abfindungen für die vom Hof abgehenden Kinder bestritten werden mussten. Die Verhandlungen über seinen Umfang führten die Eltern des Brautpaares, er richtete sich nach der Größe der Hofstätte. Neben Bargeld, Vieh und Saatgut gehörte ein unterschiedlich gefüllter Brautwagen mit Möbeln und Gerätschaften dazu.

 

  

 

Gesinde – harte Arbeit, karger Lohn

Auch ein kleiner Hof benötigte die Arbeitskraft des Gesindes, das meistens für ein Jahr verpflichtet wurde. Der Lohn der Knechte und Mägde bestand aus Bargeld, Kleidungsstücken wie Schuhen oder Hemden, Flachs zum Spinnen und den „Lohnlaken“. In wirtschaftlich schlechten Zeiten blieb der versprochene Lohn jedoch manchmal aus. Nach der Ernte, meistens im November, wurden viele Knechte und Mägde aus Arbeitsmangel entlassen. Auch soziales Fehlverhalten seitens des Gesindes konnte zur Entlassung führen.

 

  

 

Ausscheiden: Auf nach Amerika!

In Krisenzeiten, wie zum Beispiel bei lang anhaltenden Missernten oder in der Leinenabsatzkrise, konnten vor allem kleine Höfe nicht mehr alle Insassen ernähren. Die wirtschaftlichen Verhältnisse in Ravensberg verschlechterten sich seit den 1830er Jahren so sehr, dass die Region vielen Tagelöhnern und abhängig Beschäftigten, aber auch vielen Bauern keine Existenzgrundlage mehr zu bieten schien. Die Auswanderung nach Amerika stellte sich für viele als Aufbruch in ein besseres Leben dar.

 

< Gebäude

 



 

© 2017 Bielefelder Bauernhausmuseum gGmbH