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Ausstellungen 2012


Von der Stange …

Kulturgeschichte rund um den Spargel
in Kooperation mit Regina Steudte, Museum Nienburg/Weser, Niedersächsisches Spargelmuseum
 
vom 1. April bis 26. August 2012
 
 
SpargelMag es auf den ersten Blick auch verwunderlich sein, einer einzelnen Gemüseart eine ganze Ausstellung zu widmen, so bemerkt der geneigte Besucher schnell, dass sich hinter dem Spargel mehr verbirgt als eine Gemüsebeilage zu Kotelett oder Schinken und Kartoffeln.
Tatsächlich kann der Spargel auf eine lange Tradition und Geschichte zurückblicken. Bereits vor ca. 2500 Jahren war Grünspargel den Römern und Griechen bekannt – und zwar sowohl als Genusspflanze wie auch als Heilkraut. Die erste Anbauanleitung stammt ungefähr aus dem Jahre 150 v. Chr. und berichtet über die Probleme des Spargelanbaus zur Zeit des römischen Reiches. Im Mittelalter wird er hauptsächlich als Heilmittel geschätzt und ist in jedem bedeutenden Kräuterbuch zu finden. Erst im Laufe des 16. Jahrhunderts wird der Spargel auch als Gemüse wiederentdeckt. Mit der „Erfindung“ des Bleichspargels ca. 1760 ist der Siegeszug des Spargels nicht mehr aufzuhalten. Doch bleibt der Spargel zunächst der Welt des Adels vorbehalten. Erst mit der Industrialisierung im Laufe des 19. Jahrhunderts hält der Spargel auch Einzug auf der bürgerlichen Tafel.

Doch die Ausstellung gibt nicht nur Auskunft über die Geschichte des Spargels und die Besonderheiten seines Anbaus. Auch der Geschichte der Konservenfabrikation ist ein Bereich gewidmet. Das Zentrum der Konservenherstellung im 19. Jahrhundert war in Braunschweig und das wichtigste Gemüse, welches damals in die Dosen kam, war der Spargel. Dosenspargel aus Deutschland war zeitweise sogar teurer als frischer Spargel.
 
Auch der Bereich rund um die Inhaltsstoffe des Spargels und seine medizinische Anwendung werden in der Ausstellung thematisiert. Spargel ist gesund, reich an Vitamin C, Folsäure und – solo genossen – dazu noch kalorienarm. Während ihm in der Antike und im Mittelalter noch Heilwirkung in Bezug auf Ischiasschmerzen oder Verstopfung zugeschrieben wurden, ist seine positive und reinigende Wirkung auf die Niere bis heute unumstritten. Dass der Spargel (früher) auch als Aphrodisiakum bekannt und geschätzt wurde, darf natürlich ebenfalls nicht verschwiegen werden. 
 
SpargelDie Rezepte in alten Kochbüchern weisen auf die Verwendung in der Küche und damit auch auf der optische Höhepunkt der Ausstellung: wunderschönes Tafelgeschirr, Keramiken und Silbergerätschaften, welches ausschließlich zum Servieren von Spargel genutzt wurde.   Dass dem Spargel eine ganz besondere Wertschätzung entgegengebracht wurde, erkennt man sofort, wenn man sich mit der Tisch- und Esskultur beschäftigt. So dürfte man früher Spargel nicht schneiden – die Klingen der Messer waren aus rohem Stahl und rosteten wenn sie in Kontakt mit dem Spargel kamen. Also aß man den Spargel mit den Fingern. Doch damit dies möglichst tropffrei vor sich gehen konnte, erfand man so genannte Abtropfliegen. Der Sud konnte durch kleine Löcher ablaufen und sich auf Untertellern oder in Mulden sammeln. Zunächst noch echten Spargelbündeln nachempfunden änderte sich das Dekor im Laufe der Zeit. Und auch aus Silber wurden solche Abtropfliegen angefertigt. Kleine Fingerzangen ermöglichten das Aufnehmen einer einzelnen Stange, um den Spargel auf möglichst elegante Art und Weise zum Munde zu führen. Zahlreiche Spargelheber und –zangen runden das Bestecksortiment rund um den Spargel ab. Eine der ältesten Silbermanufakturen Deutschlands, Koch & Bergfeld aus Bremen, stellen einige Exponate zur Verfügung, anhand derer man die Herstellung von Silberbestecken nachvollziehen kann. Eine Fertigkeit, die bis heute aus mindestens 19 verschiedenen Arbeitsschritten besteht.
 
Und so beschäftigt sich die Ausstellung „Von der Stange“ mit zahlreichen Aspekten rund um den Spargel. Und über die Geschichte des Spargels erfahren wir so ganz nebenbei auch viel über die Kulturgeschichte, Lebensgewohnheiten und Besonderheiten früherer Zeiten.
 
 


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